Montag, 19. Mai 2008

Expo98, zehn Jahre danach: Ein “Ghetto” auf der Suche nach Anschluss

Autor: Gilberto | 18. Mai 2008

Vor zehn Jahren eröffnete in Lissabon die Weltausstellung Expo98. Es war ein Ereignis der Superlative: Während der 132 Expo-Tage strömten über zehn Millionen Menschen zu der mit Milliardenaufwand hochgezogenen Weltausstellung im Nordosten Lissabons. Und heute? Noch immer zehrt das Expo-Gelände vom alten Glanz - und sucht dennoch seine Rolle in der Stadt.

Acht Kilometer trennen das alte und das neue Lissabon. Das alte Lissabon, das ist Belém: Der historische Stadtteil mit prunkvollen manuelinischen Klosteranlagen, von dem aus die Seefahrer in unentdeckte Welten aufbrachen und Portugal zu einer - längst untergegangenen - Größe führten.

Hier, vor dieser historischen Kulisse, versuchte Diktator António Salazar im Jahr 1940, eine Huldigung an das Portugiesentum zu veranstalten: Mit der Ausstellung “Exposição do Mundo Português”, die “Ausstellung der portugiesischen Welt”. Doch so wenig, wie vom portugiesischen Imperium übrig blieb, so kümmerlich sind auch die Reste dieser recht eingeschränkten “Weltausstellung”: Von den alten Ausstellungshallen ist kaum etwas übrig geblieben - und selbst diese Bauten, wie etwa das Museu de Arte Popular, sind stets latent vom Abriss bedroht.

Wie anders sieht das hypermoderne Lissabon aus, das sich acht Kilometer weiter flussaufwärts befindet: Wo über Jahrzehnte ein brachliegendes und ökologisch verwüstetes Industriegelände vor sich hingammelte, öffneten sich am 22. Mai 1998 die Tore zur Expo98. Ein Gelände, in dem alles neu war: Großzügig, weltoffen, glitzernd. Eine tatsächliche Weltausstellung, mit der Portugal sich selbst und der Welt versichern konnte, in der Globalisierung angekommen zu sein.

Zwei Weltausstellungen, zwei Ideen: Links der Führer der “portugiesischen Ausstellung” in Belém aus dem Jahr 1940 (Quelle: Wikipedia), rechts Gil, das muntere Maskottchen der Expo98 (Quelle: Wikipedia).

Genau zehn Jahre ist es nun also her, dass die “Expo98 als Zündschnur für das Selbstbewusstsein der Portugiesen” diente, wie die Journalistin Mario Lopes kürzlich in der Wochenzeitung “Sexta” schrieb. Kaum jemand hätte damals für möglich gehalten, dass Portugal ein solches Mega-Ereignis schultern könnte: Innerhalb weniger Jahre wurden auf dem 70 Hektar großen Expo-Areal architektonisch anspruchsvolle Gebäude und Pavillions hochgezogen. Ein ganz neues Stadtviertel entstand, das heute den Namen “Parque das Nações” trägt.

Mehr als zehn Millionen Menschen zahlten Eintrittspreise von umgerechnet 25 Euro, um an den 132 Expo98-Tagen mit dabei zu sein. Und die Expo98 wirkt noch weiter: Viele Attraktionen der damaligen Weltausstellung dienen bis heute als Publikumsmagnet. Allen voran das Ozeanarium von Lissabon, das zweitgrößte Meerwasseraquarium der Welt.

Aber auch in anderen Ecken der alten Expo blüht das Leben: Restaurants und Clubs ziehen die Nachtschwärmer an, das Casino von Lissabon hat hier Quartier bezogen, ebenso wie das Camões-Theater und die Ballett-Kompagnie der Stadt. Und nicht nur das: In den umliegenden Wohnblocks leben mittlerweile mehr als 20.000 Menschen. Innerhalb von zehn Jahren hat sich dort, wo einst kein Leben mehr möglich schien, tatsächlich ein ganz neues Stadtviertel etabliert.

Und doch: So vielversprechend die Zündschnur der Expo98 auch funkelte - das große und erhoffte Feuerwerk ist bislang ausgeblieben. Noch immer liegt im Dunkeln, ob sich die geschätzten Kosten von 1,8 Milliarden Euro wieder eingespielt haben. Und auch städtebaulich hat der Parque das Nações bislang seinen Platz in Lissabon nicht so recht gefunden: Er ist weiterhin eine Stadt in der Stadt - ein “Ghetto”, wie kürzlich selbst der für die Expo-Bauten verantwortliche Chef-Planer Manuel Salgado im “Expresso” einräumte. Ist diese Insel aus Shopping, Entertainment und teuren Wohnanlagen wirklich der Entwicklungspol, der Lissabon den Weg in die Zukunft weisen sollte? Oder ist der Parque das Nações einfach ein Stadtviertel unter vielen?
Eine neue Welt im Nordosten Lissabons: Der Parque das Nações, das ehemalige Expo-Gelände.
Foto: (C) Creative Commons-Lizenz / Ivo Gomes auf Flickr
Nüchtern betrachtet ist der Parque das Nações heute ein Gelände, das von einem Privatunternehmen gemanagt wird und das für Sauberkeit und Serviceleistungen sorgt. Eine Gegend, in der die Wohnungspreise überdurchschnittlich hoch liegen - und das als “chic” gilt. Ein Areal, das sich vielleicht auch aus diesem Grund fast mutwillig von den umgrenzenden Stadtvierteln abgrenzt.

Und das hat auch seinen Grund: Denn rings um das Expo-Gelände liegen Gegenden von Lissabon, die nicht so recht ins Bild des wohlhabenden und modernen Portugal passen wollen: In angrenzenden Siedlungen wie Chelas oder Marvila leben mehr als zwei Drittel der Einwohner in den grauen, gesichtslosen Hochhausblocks des sozialen Wohnungsbaus. Die Kriminalitätsrate, vor allem getrieben durch Jugendbanden, ist hoch, die Perspektiven für die Einwohner sind niedrig.

Zwei Welten, zwei Lissabons: Auch die Stadtverwaltung von Lissabon hat längst erkannt, dass der Parque das Nações besser an den Rest der Stadt angekoppelt werden muss. Vor allem die Uferlinie des Tejo soll hier wiederum einmal als “Zündschnur” dienen: Entlang des fünf Kilometer langen Saums von Expo bis Innenstadt, heute vielfach ungenutztes Industrie- und Hafengelände, möchte die Stadtverwaltung viele neue Bauten entwickeln und so eine Brücke zwischen altem und neuem Lissabon schaffen.

Plano de Urbanização da Zona Oriental de Lisboa, kurz PUZRO, heißt der Plan, mit dem sich Lissabon den Nordosten der Stadt neu erschließen will. Ein Plan, der schon lange mit den Fallstricken von Bürokratie und wirtschaftlichen Interessen kämpft: Denn neben vielen noch offenen Finanzierungsfragen sorgen auch ungeklärte Zuständigkeiten - etwa von Seiten der notorisch unberechenbaren und machtbewussten Hafenverwaltung Lissabons - immer wieder für Streit.

Immerhin, zwei Punkte des PUZRO gelten mittlerweile als sicher: Südlich angrenzend zum Expo-Gelände wird wohl eine weitere Anlage mit Luxus-Appartments hochgezogen. Die sich aus dem Kauf ergebenen Kompensationsflächen rund um die ehemaligen Gasbehälter von Marvila wird dann eine neue, 11.000 Quadratmeter große Kathedrale von Lissabon einnehmen.

Luxus und Glaube, Armut und Shopping: Ob sich das alles so vertragen wird? Skepsis ist angebracht. Viel interessanter sind ohnehin die Entwicklungen, die sich ganz ohne öffentliche Intervention rund um den Parque das Nações ergeben haben. Zum Beispiel die “Fábrica Braço de Prata“: Dieses Kulturzentrum entstand vor einigen Jahren in den Räumen einer alten Munitionsfabrik - und war eher der Initiative von zwei Buchhandlungen zu verdanken als dem Einsatz von Politikern. Heute gilt die Fábrica als einer der interessantesten und lebendigsten Orte der Kultur in der Hauptstadt.

Schön anzusehen, aber ohne Funktion: Pavilhão de Portugal.
Foto: (C) Creative Commons-Lizenz / Athila Armstrong auf Flickr
Während im unkonventionell entstandenen Braço de Prata die Improvisation regiert und das Leben pulsiert, kämpft das offizielle Expo-Gelände an vielen Stellen mit Leerstand. Völlig unklar ist beispielsweise das Schicksal des architektonisch interessanten, von Álvaro Siza Vieira errichteten “Pavilhão de Portugal“. Das Gebäude mit seiner faszinierend geschwungenen Betondecke steht seit Jahren leer - eine sinnvolle Nutzung ist nicht in Sicht. Auch für ein weiteres Wahrzeichen der ehemaligen Expo98, dem Torre Vasco da Gama, wird weiterhin nach Verwendungsmöglichkeiten gesucht: Bisherige Ideen, hier ein Hotel unterzubringen, haben sich immer wieder zerschlagen.

Doch Chefplaner Manuel Salgado sieht diese Probleme eher gelassen: Die Expo-Gebäude seien schließlich für eine Lebenszeit von 100, 200 oder 300 Jahren projektiert worden. Sie könnten also sofort wieder in Betrieb genommen werden. Und in der Tat: Dass sich ganze Stadtteile neu erfinden können, dafür ist der Parque das Nações lebender Beweis.

Und so überwiegen in der einhelligen Meinung von Medien und Fachleuten eher die positiven Wirkungen der Expo98. Und das erste Jahrzehnt des neuen Lebens im Lissaboner Nordosten soll dieses Jahr auch einmal gebührend gefeiert werden: Mit dem im August stattfindenden Festival dos Oceanos (Festival der Ozeane), das nochmals an das alte Motto der Expo98 erinnert, die sich damals schwerpunktmäßig dem Schutz der Weltmeere widmete.

Konferenzen, Konzerte, Ausstellungen und weitere Straßenveranstaltungen sollen sich wie zu den bereits nostalgisch verklärten Expo-Zeiten dem Thema “Meere” annähern. Viele der Aktionen werden dabei im Parque das Nações stattfinden - aber längst nicht alle: Zu den Veranstaltungsorten gehört auch Belém, wo unter anderem die Museen eine Woche lang bis Mitternacht geöffnet haben werden.

Ein Info-Bus mit Animationen und Unterhaltung wird dann auch Tag für Tag am Tejoufer von Belém bis zum Parque das Nações entlang pendeln - und so schon einmal eine erste Verbindung zwischen dem alten und dem neuen Lissabon schaffen. Weitere müssen folgen.

Dienstag, 6. Mai 2008

Lissabon - Aeroshuttle (neu) und Aerobus

Bisher gab es nur den Aerobus (Linie 91), der den Flughafen (über Entrecampos, Campo Pequeno, Marqués Pombal, Av.d.Republica, Rossio) mit dem Bahnhof Cais Sodré von 07:00 - 23:00 im 20 Minutentakt in beide Richtungen verband.
Jetzt hat Carris daneben den Aeroshuttle (Linie 96) eingerichtet, der den Flughafen einerseits mit dem naheliegenden Bahnhof Oriente (Expo-Gelände) und andererseits auch mit dem Bahnhof und Busstation Sete Rios verbindet. Der Aeroshuttle fährt täglich von 08:00 - 22:00 im 30 Minutentakt vom Bahnof Oriente über den Flughafen, den Bahnhof Sete Rios, die kath. Uni bis zum Praça Marqués Pombal.
Die Preise sind gleich - jeweils 3 Euro für eine einfache Fahrt, wobei die Karte am gleichen Tag zusätzlich fuer beliebige Carris-Linien (Bus oder Strassenbahn, auch die Linie 28 und die elevadores gilt).

Freitag, 2. Mai 2008

Lissabon blickt nach Osten: Das neue Museu do Oriente bringt Asien nach Portugal

Autor: Gilberto

Im Hafen von Lissabon, am westlichen Rand der Stadt, weist ein neues Museum den Blick in Richtung Osten: Nach zwei Jahrzehnten Vorbereitungszeit eröffnet am 9. Mai das “Museu do Oriente“. Dort, wo einst Stockfisch gelagert wurde, warten künftig fast 15.000 Ausstellungsstücke aus verschiedenen Ländern Asiens, von der Türkei bis nach Japan, auf ihre Entdeckung.

Lange mussten die Lissaboner auf dieses Museum warten. Doch nun erhält Portugal mit dem “Museu do Oriente” endlich einen Ort, an dem die luso-asiatischen Beziehungen in ihrer ganzen Bandbreite gewürdigt werden. Ein Museum, dem es um den Dialog zwischen Ost und West geht. Und gerade in unseren Tagen, in denen die westlichen Länder der Welt mit einer Mischung aus Faszination und Unbehagen auf die boomenden Wirtschaften im Fernen Osten schauen, kommt das Gesprächsangebot des Museu do Oriente wie gerufen.

Faszination und Neugierde auf der einen Seite, Unbehagen und Misstrauen auf der anderen: Das waren auch stets die Pole, zwischen denen die Beziehungen zwischen Portugal und seinen asiatischen Handelspartnern oszillierten. Zwar traten die portugiesischen Seefahrer in Asien - anders als in Afrika und Südamerika - nicht als Eroberer ganzer Territorien auf, sondern beschränkten sich auf die Gründung einzelner Handelsstützpunkte etwa in Goa, Malakka oder Macau. Und doch trauten die Asiaten diesem Frieden nie so recht und befürchteten immer wieder die Überformung ihrer Kultur durch die neuen, fremden Nachbarn.

Und so ist eines der ersten Ausstellungsstücke, dem die Gäste des “Museu do Oriente” während ihres Besuches begegnen werden, fast programmatisch zu verstehen: Es ist eine der ersten Ausgaben von Luis de Camões Meisterwerk “Os Lusíadas“. Die Lusiaden bestehen aus verschiedenen Gesängen, die vorwiegend von den Heldentaten der glorreichen portugiesischen Seefahrer in Asien berichten - von der Größe der Kultur und Religion, die sie nach Asien brachten, aber auch von den Nöten des Seefahrertums. Camões war ein großer Patriot, der mit diesem Werk die portugiesische Kultur glorifizierte. Andererseits tat sich der Schriftsteller während seiner - zum Teil zwangsweise verlängerten Aufenthalte in Goa und Macau - auch als interessierter Beobachter und Dokumentar der fremden Kulturen hervor.

Beiden Perspektiven, die portugiesische und die asiatische, will das Museu do Oriente seine Aufmerksamkeit schenken. Und wagt vor allem im zweiten Teil der Dauerausstellung dann doch den Blickwechsel und widmet sich in der Sammlung “Kwok On” ausschließlich der asiatischen Kultur.

Die Sammlung “Kwok On” ist ohne Zweifel das größte Pfund, mit dem das neue Museum wuchern kann: Sie umfasst rund 13.000 Stücke aus allen Ländern von der Türkei bis Japan: Masken, Kunstwerke aus Elfenbein und Jade, Möbelstücke, Trachten, religiöse Gegenstände - es ist eine riesige Schatzkammer der asiatischen Kultur, die der französische Sinologe Jacques Pimpaneau hier zusammengetragen und der Fundação Oriente als Betreiberin des Museums übergeben hat. Öffentlich zugänglich sind 650 Stücke aus Pimpaneaus Sammlung, der Rest schlummert in den Magazinen.

Ein weiterer Pfeiler des neuen Orient-Museums ist die hauseigene Sammlung mit rund 1.400 Ausstellungsstücken, die den portugiesischen Einfluss in Asien dokumentieren. Über Jahre hinweg ist die Fundação Oriente weltweit bei Antiquaren und auf Auktionen auf Einkaufstour gegangen, um ihre Sammlung zu bestücken. Einzelteile aus anderen Museen und Sammlungen kommen ergänzend hinzu.

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Bald eröffnet: Das Museu do Oriente in Lissabon. Foto: Fundação Oriente

Das Museu do Oriente wartet von Beginn an mit einer außergewöhnlichen Fülle an Ausstellungsstücken auf. Und da wundert es nicht, dass es bis zur Eröffnung eine lange Zeit brauchte: Exakt 20 Jahre dauerte es von der Idee bis zur Umsetzung.

Das Museum ist ein Projekt der Fundação Oriente, die im Jahr 1988 in Lissabon gegründet wurde - eine Stiftung, die lange Zeit finanziell bestens durch sprudelnde Einnahmen aus den Spielcasinos von Macau versorgt war. Diese Gelder werden zwar nun schon länger nicht mehr nach Lissabon überwiesen, aber für den Aufbau eines gut bestückten Kapitalstocks der Stiftung hat es wohl gereicht - denn die Fundação Oriente bezahlt sowohl die fast 30 Millionen Euro für den Bau des Museums und übernimmt auch den jährlichen Etat des Hauses von knapp vier Millionen Euro.

Schon im Jahr 1988, als die Fundação Oriente als kultureller Brückenbauer zwischen Orient und Okzident gegründet wurde, gab es die ersten Ideen für die Einrichtung eines Museums. Doch wo sollte es entstehen? Das in Lissabon immer wieder beliebte Immobilien-Roulette wurde angestoßen.

Was wurde da nicht schon alles vorgeschlagen: Der Pavilhão do Futuro auf dem Lissaboner Expo-Gelände, der nun aber das Lissaboner Spielcasino beherbergt. Ein Grundstück auf dem verkehrsumtosten Praça da Espanha, das die Oriente-Stiftung sogar bereits aufgekauft hatte. Das Cinema São Jorge an der Avenida da Liberdade, das von der Stadt Lissabon doch weiter als Kino betrieben wird. Zu guter Letzt fiel die Wahl dann aber auf das ehemalige Lagerhaus für Stockfische (Armazém de bacalhau) direkt am Tejoufer in den Docks de Alcântara.

Die Notlösung erweist sich im Nachhinein als gar nicht so schlechte Wahl. Das knapp hundert Meter lange Kühlhaus wurde in den dreißiger Jahren vom Architekten João Simões im typischen Stil des Estado Novo errichtet - und nahm im Herzen der Lissaboner lange einen festen Platz ein, sicherte es doch den Nachschub für das portugiesische Leibgericht “Bacalhau”. Und so ist es vielleicht gar nicht falsch, dass an diesem alten Ort des Handels und des Austauschs nun das Museu do Oriente eingerichtet wurde, für das das Lagerhaus allerdings zunächst aufwändig umgebaut werden musste.

Und nun, mit saftiger Verspätung bei der Fertigstellung der Bauarbeiten, dafür aber gut ausgestattet mit den Millionen der Fundação Oriente, ist vom Museu do Oriente in Zukunft einiges zu erwarten: Als Ausstellungshaus, aber auch als Zentrum der asiatischen Kultur in Lissabon allgemein.

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Das Tor nach Asien: Der Eingangsbereich des neuen Museu do Oriente.
Foto: (C) Creative Commons-Lizenz /
Miguel A. Lopes “Migufu” auf Flickr

Denn selbst mit der für sich allein schon beeindruckenden Sammlung möchte sich das Museum nicht zufrieden geben: Regelmäßige Weltmusik-Konzerte, Führungen, Kinovorstellungen und Wechselausstellungen sollen das Museu do Oriente immer wieder ins Gespräch bringen - und die Portugiesen und Besucher Lissabons für die asiatischen Kulturen begeistern. Damit erhält Lissabon direkt am Tejoufer, auf halbem Wege zwischen Belém und der Innenstadt, ein neues Kulturzentrum, das mit Sicherheit auch weltweit von sich reden machen wird. Denn begreift das Museu do Oriente sich tatsächlich eher als Ort des Dialogs denn als Schatztruhe alter Ausstellungsstücke, so könnten von diesem alten Lagerhaus mit seinen aufgebrochenen dicken Wänden interessante Impulse ausgehen.

Und so hat der ferne Orient in Lissabon einen neuen Ankerplatz gefunden - nur wenige Kilometer von dem Ort entfernt, von dem aus Vasco da Gama am 8. Juli 1497 aufbrach, um den Seeweg nach Indien zu finden - und damit die Grundlagen für Jahrhunderte währende Beziehungen Portugals mit Asien schuf. Der Osten, er beginnt hier ganz im Westen.

Das Museu do Oriente befindet sich im ehemaligen Lagerhaus für Stockfisch (Armazém de bacalhau) am Dock von Alcântara. Der Eintrittspreis wird 4 Euro für einen Erwachsenen betragen. Das Museum ist vom Praça do Comércio oder dem Bahnhof Cais do Sodré mit der Buslinie 12 erreichbar, außerdem mit der Vorort-Bahn nach Cascais (Station Alcântara Mar). Offizielle Homepage unter
http://www.foriente.pt/194/the-museum.htm